Nach der Schule / Schulalltag / Tagtägliches im Schuljahr

Kurz nach Schulstart: Keine Motivation zum Lernen – was nun?

Sechs Wochen lang (etwas 😉 ) Sommer, Sonne, Spiel und Spaß liegen hinter den Schülern –  viele starteten vor wenigen Wochen motiviert und ausgeglichen ins neue Schuljahr. Doch jetzt macht sich bei dem einen oder anderen bereits schlechte Stimmung breit, wenn die Gedanken in Richtung Schule und Lernen gehen. Die Uhr und der Stundenplan bestimmen jetzt wieder den Tagesablauf der Kinder, eine langweilige Unterrichtsstunde oder die „lästigen“ Hausaufgaben sorgen zudem bei unseren Kindern für schlechte Laune.

Lernen ohne Motivation ist wie Lachen ohne Spaß

Lernfrust - Tipps und Tricks zum "Lernen lernen", (c) Ermolaev Alexandr, fotolia.com

Lernfrust – Tipps und Tricks zum „Lernen lernen“,                      (c) Ermolaev Alexandr, fotolia.com

Für uns Eltern gilt es gerade jetzt, die Freude am Lernen und an der Schule bei unseren Kids heraus zu kitzeln – mit Druck und Verboten kommen wir meist nicht weit. Schlüssel zu mehr Lernlust statt Lernfrust ist der Wille und eigene Antrieb Eures  Kindes, im Fachjargon der Pädagogen intrinsische Motivation genannt. Das weiß auch Daniel Bialecki, Geschäftsführer der Online-Lernplattform scoyo, der sich seit vielen Jahren mit kreativen Lernmethoden für Kinder beschäftigt. Der Familienvater ist davon überzeugt, dass Eltern den inneren Antrieb zum Lernen bei ihren Kindern fördern können. Wie Ihr mit fehlender Motivation zum Lernen Eurer Kids umgehen sollten, das verrät uns Herr Bialecki hier:

Keine Motivation zum Lernen? 9 Tipps, was Eltern tun können

  1. Werdet kreativ bei der Wortwahl: Anstatt den Begriff „lernen“ zu verwenden, sprecht in der Gegenwart Eures Kindes lieber von erkunden, herausfinden und experimentieren.
  2. Euer Kind hat seinen ganz persönlichen Lieblingsplatz und favorisiert eine besondere Zeit zum Lernen? Toll! Dann überlasst dem Kind die Entscheidung, auf welche Art und Weise es am besten die gemeinsam entwickelten Lernziele angeht.
  3. Apropos Lernziele: Diese sollten so gesteckt werden, dass  sich das Kind von allein zum Erreichen dieses Ziels motiviert. Ein Beispiel: „Wer gut in Mathe ist, kann Pilot werden.“ Verdeutlicht Eurem Kind, dass es nicht nur lernen muss, um gute Noten zu haben, sondern auch für sich selbst – um das zu erreichen, was wirklich Spaß macht.
  4. Keine Motivation zum Lernen mit Schulbuch, Arbeitsblatt und Co.? Dann probiert es doch einmal mit digitalen Lerninhalten. Spielerisch, lebendig und realitätsnah verpackt, sprechen digitale Lernangebote mehrere Sinne der Kinder gleichzeitig an. Das begeistert nicht nur zum Weiterlernen, sondern fördert auch die Lernmotivation.
  5. Lobt Euer Kind immer dann, wenn es sich Mühe gegeben hat, auch bei schlechterem Ergebnis. Das tut dem Selbstbewusstsein der Schüler wahnsinnig gut. Und wenn das Kind mal wieder keine Motivation zum Lernen hat, überrascht es mit einer lobenden Bemerkung. Denn: Nicht nur gute Noten, sondern auch kleine Erfolgserlebnisse sollten honoriert werden – das gibt Ansporn zum Weiterlernen.
  6. Lernen erlebbar machen! Nehmt das Schulbuch beim nächsten Familienausflug, Zoo- oder Museumsbesuch einfach mit. Spannend verknüpft, kann trockener Schulstoff zu einem echten Lernabenteuer werden.
  7. Wie wär‘s mit einem Rollentausch? Lasst Euch zur Abwechslung von Eurem Kind erzählen, was es neu gelernt hat – ein Plus fürs Selbstbewusstsein. Und vielleicht macht Ihr beim nächsten Diktat einfach mal mit und lasst Eure  Arbeit von Sohn oder Tochter kontrollieren. Das Kind schlüpft in die Rolle des Lehrers – so macht Schule spielen Spaß und der Lernstoff bleibt viel länger dort sitzen, wo er gebraucht wird.
  8. Einfach mal Pause machen, das können Eltern auch „anordnen“,  wenn die Motivation zum Lernen auf dem Tiefpunkt ist. Kinder sollten wissen, wie wichtig Ausgleich ist: Sport, Spiel und Spaß heißen hier die ganz großen Motivationsträger. So tanken die Kleinen wieder Kraft, das Gehirn wird mit Sauerstoff und kreativen Impulsen gefüllt und das Lernen geht viel leichter – kennen wir ja auch von uns Erwachsenen, oder?
  9. Versucht als Eltern, Euer Kind zu ermuntern, Kontakt zu Mitschülern zu suchen. Gerade bei einem Schulwechsel ist das besonders wichtig – nur wer Spaß und soziale Kontakte in der Schule hat, fühlt sich wirklich wohl. Ein Sportverein ist zum Beispiel auch immer eine gute Idee.

Lernmotivation steigern: Noch mehr Hintergründe und Tipps

Nehmt erst einmal einige Tipps aus der oben stehenden Liste auf, nicht alle! Beginnt mit den Punkten, die Euch spontan am meisten ansprechen und die Eurer Meinung nach für Eurer Kind am besten passen. Versucht auch einmal den Lernstoff aus dem straffen Kontext „Schule“ heraus zu nehmen und (spielerisch) im Familienalltag einzubauen. Rechnen in den vier Grundrechenarten kann man wunderbar bei diversen Gesellschaftsspielen üben, ein Filmabend mit einem Stück im Originalton trainiert nebenbei auch unsere Fremdsprachenkenntnisse oder ein, zwei Experimente lassen das sprichwörtliche „Zehnerl“ fallen und können spielerisch Zusammenhänge erschließen lassen.

Einen lesenswerten Beitrag zur Motivation beim Lernen bei Schülern hat scoyo veröffentlicht. Hier erhaltet Ihr einen Einblick in unterschiedliche Forschungsergebnisse, weitere konkrete Lernmotivationstipps für Eltern und Lehrer sowie Praxisbeispiele aus dem Unterricht.

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