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Welcher radierbare Tintenschreiber ist besser: Original Pilot Frixion oder der Nachahmer von Aldi, Lidl und Co.?

Nicht nur zu Schulbeginn, sondern auch nach den Ostern-, Herbst- und Weihnachtsferien bieten Discounter wie Aldi, Lidl und Co. als Sonderaktion einige Schulsachen an, um die Schulranzen unserer Kinder wieder aufzufüllen. Die Angebote beinhalten meistens Schnäppchenpreise, weshalb wir Eltern schnell verleitet sind zuzuschlagen. Leider weicht die Freude über das gesparte Geld zu Hause oftmals der Enttäuschung über die Qualität der Produkte. In dem Artikel Schulsachen bei Aldi, Lidl und Co. hat schulstart.de bereits einige Schulsachen der Discounter getestet. Nun wollen wir uns einen Schulartikel ansehen, der immer beliebter wird: den radierbaren Roller mit Tintenpatronen. Zur Jahreswende wurde er als "radierbarer Tintenroller" bei Aldi Nord verkauft. Im vergangenen Sommer lagen diese Stifte auch schon bei Aldi Süd und als "Tintenroller Magic" unter der Marke United Office bei Lidl im Regal.

Was zeichnet den Tintenpatronenroller aus?

Sanftes, gleitendes Schreiben mit dem Pilot Frixion. Fehler sind mit dem radierbaren Stift trotz Tinte kein Problem. Bei einem typischen Tintenschreiber handelt es sich um eine Mischung aus Füller und Kugelschreiber. Der Stift hat wie der Kugelschreiber an der Spitze eine kleine Kugel. Anders als bei diesem gibt der Roller jedoch Tinte ab. Dadurch gleitet er sanft über das Blatt und hinterlässt das gleiche, schöne Schriftbild eines Füllers. Im Gegensatz zu diesem drückt die Tinte bei einem Tintenschreiber jedoch nicht so leicht auf die andere Seite des Blattes durch und genauso wenig können unbeabsichtigte Kleckse bei der Handhabung des Schreibgeräts entstehen. Pilot Frixion revolutionierte den praktischen Roller mit Tintenpatrone, indem sie die Tinte radierbar machten. Kaum zu glauben, aber wie ein Bleistift lässt sich die Tinte mit dem speziellen, am Stift angebrachten Radiergummi entfernen.

Der Pilot Frixion Tintenroller erfreut sich wegen seiner Praktikabilität immer wachsender Beliebtheit bei Schülerinnen und Schülern. Deshalb finden sich nun auch in Discountern wie Aldi oder Lidl Nachahmerprodukte. Ob es sich lohnt, bei den Stiften an Geld zu sparen, oder ob das Original einfach besser bleibt, wollen wir im Folgenden testen.

Marke oder Discounter: Auf den ersten Blick kein Unterschied

Bei Betracht der Produkte: Unten der original Pilot Frixion, darüber der Tintenschreiber aus dem Discounter. Vom Aussehen erkennt man zwischen den Stiften kaum einen Unterschied. Das Nachahmerprodukt von Aldi, das im Übrigen vom österreichischen Unternehmen Sellner school+office GmbH stammt, orientiert sich im Design stark an dem Original-Tintenroller Pilot Frixion. Beide sind mit einem einfachen Tribal-Muster verziert und haben eine Kappe mit Clip. Zudem kann man bei beiden Rollern an der Schaftfarbe erkennen, welche Farbe die Tinte hat. Den Pilot Frixion gibt es bisher in zehn verschiedenen Farben, am meisten werden davon schwarz, blau, rot und grün gebraucht. Das Aldi-Produkt gibt es im Viererpack, entweder mit jeweils zweimal schwarz und zweimal blau oder als Kombination aus schwarz, 2x blau und rot.

Der erste Unterschied ist die Position des speziellen Radiergummis, das die Tinte wegradieren kann. Bei dem Original-Tintenroller befindet es sich am Schaftende, während es sich beim Discounter-Produkt von Aldi am Ende der Kappe befindet. Der Roller mit Tintenpatronen von Aldi hat damit den Vorteil, dass man beim Schreiben die Kappe auf den Schaft stecken und trotzdem radieren kann. Bei dem Pilot Frixion würde so die Kappe das Radiergummi verdecken, weshalb sie beim Schreiben zur Seite gelegt werden muss.

Sanftes, gleitendes Schreiben

Beim Schreiben machen beide Tintenpatronenroller keine schlechte Figur. Beide haben am Ende eine gummierte Oberfläche, sodass sich die Tintenschreiber gut halten lassen. Die Striche sind ca. 0,40 mm dick und die blauen Tintenroller führen zu einem Schriftbild, das sich nicht von dem eines Füllers unterscheiden lässt. Während das Rot genauso leuchtend ist wie die blaue Farbe, ist das Schwarz etwas weniger kräftig. Doch bei den Tintenrollern des Discounters Aldi muss man aufpassen: Hält man den Stift nicht vollkommen gerade, kratzt die Spitze manchmal über das Papier und hat sogar Ausfälle beim Schreiben. Das stellt besonders für Grundschüler ein Problem dar, da sie sich als Schreibanfänger auf die Buchstaben und Wörter konzentrieren sollten und nicht darauf, ob ihr Stift funktioniert oder nicht. Da das Nachahmerprodukt von Aldi zudem mehr Tinte abgibt als der Markenartikel, muss etwas länger gewartet werden, bis die Tinte getrocknet ist. Der Pilot Frixion trocknet hingegen sehr schnell, sodass die Tinte weniger verwischt werden kann.

Wie funktioniert ein radierbarer Tintenroller?

Ein Satz, zwei Tintenschreiber: Der schwarze Teil wurde mit dem original Pilot Frixion geschrieben, der blaue mit einem Nachahmerprodukt. Beim Radieren und Korrigieren fällt kein Unterschied auf. Die Königsklasse stellt für diese Stifte natürlich ihre Radierbarkeit dar. Wer zum ersten Mal einen Pilot Frixion benutzt, wird erstaunt sein, wie gut sich die Tinte wieder entfernen lässt. Bei einem Füller muss ein Tintenkiller benutzt werden, welcher das Blatt durchweicht oder sogar zerreißt und eine deutlich andere Schrift hinterlässt. Dadurch fallen Fehler auf und lassen das Blatt unsauber und unordentlich wirken. Die Tinte des Tintenschreibers lässt sich hingegen mit dem angebrachten Radiergummi ganz leicht und trocken entfernen und das immer wieder. Beim erneuten Schreiben auf der gleichen Stelle lässt sich kein Unterschied zum Rest des Textes erkennen.

Das Radiergummi funktioniert über Reibung. Da die Tinte des Pilot Frixion Tintenrollers bei über 65°C verschwindet, kann durch die Reibung mit der Radierspitze genug Wärme erzeugt werden, um die Tinte zu entfernen. Dafür muss das Radiergummi schnell und mit leichtem Druck über die Tinte bewegt werden. Dabei darf man nicht zu zögerlich sein, damit die Tinte restlos verschwindet. Keine Angst: das Blatt bleibt dabei völlig unbeschadet.

Sauberes Wegradieren der Tinte

Doch nicht nur der Pilot Frixion, sondern auch das Nachahmerprodukt aus dem Aldi-Markt zeigt dieses erstaunliche Ergebnis. Bei beiden Stiften lässt sich höchstens die winzige Spur der entfernten Tinte sehen. Anschließend kann die Stelle wieder beschrieben werden und das Blatt sieht weiterhin ordentlich aus. Dabei liegen beide Tintenroller also gleich auf.

Allerdings merkt man beim Discounterprodukt, dass nach dem Radieren mehr Krümel auf dem Blatt zurückbleiben. Das bedeutet, dass sich das Radiergummi des Tintenrollers von Aldi schneller auflöst. Die Tinte lässt sich allerdings nur mit dem speziellen Radierer entfernen, der am Stiftende angebracht ist und kann nicht durch einen normalen Radiergummi ersetzt werden (andersherum kann dieser Radierer auch keinen Bleistift wegradieren!). Dadurch bleibt offen, wie lange der Radiereffekt beim Tintenschreiber vom Aldi wirklich reicht. Ein wenig gleicht er diesen Nachteil dadurch aus, dass das Radiergummi einfach größer ist als beim Pilot Frixion Tintenroller. Bei diesem ist der Radierer aber hochwertiger und zeigt auch nach mehrmaligem Radieren kaum Abnutzungsspuren.

Offen bleibt auch, wie gut haltbar die Tinte und damit das Schriftbild bei großer Hitze ist. Pilot verspricht eine Haltbarkeit bis 65°C bzw. umgekehrt ein Wegradieren bei Temperaturen darüber. Übereinstimmende Stimmen und Erfahrungen vieler Nutzer aus den letzten Jahren bestätigen dies. Bei dem Roller mit Tintenpatronen von Aldi liegen diese Erfahrungen noch nicht vor und mangels Sommer konnten wir dies auch nicht testen. ;-)

Preisvergleich: Pilot vs. Aldi

Beim Aldi bekommt man die Stifte nur im Viererpack für 3,99 € und nur in den vorgegebenen Farbkombination. Ein Stift kostet dabei somit nur 1 €, einen alleine zu kaufen, ist aber nicht möglich. Andere Discounter haben zuvor den Stift ebenso nur in einer Mehrfachpackung verkauft, zum Teil aber auch nur zwei Roller im Set. Ein Pilot Frixion Tintenroller kostet im Schreibwarenladen oder auch vermeintlich billigen 1-Euro-Shops in der Regel drei Euro, bei schulstart.de bekommen Sie den Pilot Frixion Tintenroller für 2,50 € pro Stift. Damit kostet der Tintenschreiber vom Discounter, wie zu erwarten, weniger als die Hälfte beim Einzelstückpreis. Da das Radiergummi des Pilot Frixion Tintenrollers sich sehr viel langsamer abnutzt und er weniger Tinte verbraucht, kann von diesem eine längere Haltbarkeit erwartet werden.

Für Grundschüler: Pilot Frixion wählen!

Damit lässt sich erkennen, dass das Nachahmerprodukt kein schlechter Ersatz für den Pilot Frixion Tintenroller ist. Doch der Teufel liegt im Detail: Der Pilot Frixion zeigt eine bessere Verarbeitung, die sich im Sitz der Kappe und der Robustheit des Radiergummis zeigen. Besonders im Schreibfluss merkt man jedoch die Qualität des Pilot Frixion. Deshalb ist der Stift mit radierbarer Tinte von Aldi für Schreibanfänger ungeeignet. Sie halten den Stift nicht immer richtig und müssen sich darauf konzentrieren, die Buchstaben ordentlich zu schreiben. Dabei sollte der Tintenschreiber nicht zwischendurch ausfallen, weil er zu schräg gehalten wird, oder über das Papier kratzt. Aus diesem Grund sollte für Grundschüler auf jeden Fall zum Markenprodukt gegriffen werden. Für ältere Schüler, die viel schreiben, darf hingegen auch mal zum günstigeren Aldi-Produkt gegriffen werden.

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