Schulalltag / Tagtägliches im Schuljahr

Endspurt Zeugnis: So helfen Eltern ihren Kindern jetzt am besten

Eltern wollen nur das Beste für Ihre Kinder. Und so schlüpfen wir nicht allzu selten in die Rolle des Nachhilfelehrers, lösen Hausaufgaben, helfen bei Übungstests, fragen ab, recherchieren und übernehmen auch einmal das Referat, wenn der Nachwuchs bockt. Dass das in den meisten Familien zu Konflikten führt, liegt auf der Hand. Natürlich sollen und können wir Eltern uns aus dem schulischen Bereich unserer Kinder nicht vollständig zurückziehen. Wir sollten aber da sein, greifbar und doch weit genug entfernt, sodass unsere Kinder ihre Selbstständigkeit (weiter) -entwickeln können.

Endspurt Zeugnis: Daniel Bialecki von scoyo.de gibt Tipps damit es mit dem "Lernen lernen" klappt, (C) fotolia.com, Ermolaev Alexandr

Endspurt Zeugnis: Daniel Bialecki von scoyo.de gibt Tipps damit es mit dem „Lernen lernen“ klappt, (C) fotolia.com, Ermolaev Alexandr

Mit großen Schritten geht es gerade auf den Sommer und die letzten Klassenarbeiten für dieses Schuljahr zu. Viele Schüler stehen da Kopf, um noch kurz vor knapp das Lernziel oder einen gewünschten Notendurchschnitt zu erreichen. Daniel Bialecki, Bildungsexperte und Geschäftsführer von der Online-Lernplattform scoyo.de verrät, wie Eltern ihre Kinder am besten beim Lernen unterstützen:

1. Sorge für eine gute Lernatmosphäre

Ist der Schreibtisch hell, aufgeräumt und bietet Platz, um sich auszubreiten? Sind Fernseher, Smartphone und Geschwisterchen aus dem Lernzimmer „verbannt“, sodass Dein Schulkind genug Ruhe hat, sich auf den Schulstoff zu konzentrieren? Als Eltern können wir hierdrauf besonders Acht geben und so im Hintergrund beim Lernen unterstützen.

Wenn Zeit ist, backe doch die Lieblingskekse und kredenze diese mit einem Glas warmer Milch – das motiviert garantiert! Und wenn nach getaner Arbeit noch der Lieblingsfilm auf dem Plan steht, bekommt Lernen gleich einen viel positiveren Geschmack.

2. Zeige, wie man lernt, zu lernen

Wo recherchiere ich, wenn ich nicht weiterkomme? Welche Hilfsmittel kann ich nutzen? Welche Methoden helfen mir, mehr Spaß beim Lernen zu haben? Wir Eltern können unser Wissen aus der Schulzeit, dem Studium oder der Ausbildung weitergeben und unserem Kind aus eigener Erfahrung erzählen, wie wir erfolgreich gelernt haben. Überlege einmal: Wann hat es am meisten Spaß gemacht, zu lernen? Hast Du Filme zum Thema geschaut, Bücher dazu gelesen oder bist in ein Museum gegangen? Die Basis für erfolgreiches Lernen ist nämlich, dass Schüler wissen, warum sie bestimmte Sachen lernen sollen und dadurch ein Interesse am Schulstoff entwickeln.

Formuliere die Lerntipps jedoch als gut gemeinte Anregung und nicht als konkrete Handlungsanweisung, wie das häufig Lehrer tun – Schüler sollten selbst ausprobieren und entscheiden, wie es für sie funktioniert. Denn: Es gibt ganz verschiedene Lerntypen. Die einen lernen besser mit visuellen Hilfsmitteln wie MindMaps oder bunt markierten Texten, die anderen, wenn sie alles laut wiederholen, wieder andere dadurch, dass sie sich über den Schulstoff austauschen oder sich beim Lernen durch die Wohnung bewegen. Das herauszufinden, gehört mit zur erfolgreichen Schullaufbahn.

Mehr Anregungen zu Lernmethoden auch im Online-Magazin ELTERN! von scoyo.

3. Hilf, einen Lernplan auszuarbeiten

Oft bricht einen Tag vor der Klassenarbeit die große Panik aus – diese Stresssituation können Schüler umgehen, indem sie sich genug Zeit nehmen, um für eine anstehende Arbeit zu lernen. Wie lange das ist, kommt immer auf das Schulfach und den Stoff und vor allem das Kind an. Doch fünf Tage sind ein gutes Richtmaß, um nicht in die Bredouille zu geraten.
Der erste Nachmittag sollte für das Sortieren der Unterlagen genutzt werden – was kann ich schon, was noch nicht? Vielen Kindern hilft es auch, den Stoff zusammenzufassen.
Dann geht es am zweiten Tag darum, sich Hilfe zu holen, falls die Schwierigkeiten größer sind. Manchmal reicht es, die Mitschüler oder Lehrer zu fragen. Bei größeren Lücken kann ein Nachhilfe-Lehrer herangezogen werden, der den Stoff noch einmal erklärt.

Der dritte und ggf. auch vierte Tag widmet sich dem Wesentlichen: Schüler sollten den gesamten Stoff mindestens einmal komplett „durchgelernt“ haben. Im Anschluss hilft es, das Ganze mit anderen Methoden zu wiederholen und so zu vertiefen, z. B. in einer Gruppe, mithilfe eines Übungstests oder mit Online-Lernplattformen wie scoyo.

Der letzte Tag steht ganz im Zeichen von Wohlfühlen. Hier sollten Schüler nichts Neues mehr Lernen, sondern den Stoff nur wiederholen, sich sicher fühlen, vielleicht einen Film dazu schauen, sich nochmal über das Gelernte unterhalten – immer mit dem Gefühl, das Thema durchdrungen zu haben. Alles andere verursacht Druck.

Hier können Sie einen 5-Tages-Lernplan als PDF herunterladen, ausdrucken und gemeinsam ausfüllen.

4. Sorge für Pausen und stärke Deinem Kind den Rücken

Schaffe Zuhause eine Wohlfühl-Atmosphäre und gebe Deinem Kind das Gefühl, dass es mit seinen Sorgen jederzeit zu Dir kommen kann. Dazu gehört auch, schulisch möglichst keinen Druck auszuüben, auch nicht bei schlechten Noten. Überlege besser gemeinsam, was Du als Mutter oder Vater bei Schwierigkeiten tun kannst bzw. woran es liegen könnte. Die Devise lautet hier: Ruhe bewahren, denn es gibt immer eine gute Lösung. Man muss sich nur für diese einsetzen. Und wenn man das tut, geht bei einer schlechten Note die Welt nicht unter.

Lobe Deinen Nachwuchs für sein Engagement – das stärkt das Selbstbewusstsein. Das heißt aber nicht, dass Eltern die ganze Zeit Lobeshymnen singen sollten. Dann, wenn Du denkst, dass Dein Sohn oder Deine Tochter ein paar positive Worte gut gebrauchen kann (und natürlich verdient hat), spreche diese auch aus.

Achte darauf, dass Dein Kind genügend Pausen macht, damit das Gelernte ins Langzeitgedächtnis wandern kann und sich Dein Kind erholt. Eine Runde Fußball, ein Spieleabend mit der Familie, Kino mit dem besten Freund … Es gibt viele Belohnungen, die gut tun. Es ist sehr wichtig, dass Kinder den Spaß am Lernen nicht verlieren. Und das geht nur, wenn sie sich nicht unter Druck setzen.

Tipp zum Schluss: So reagieren Eltern am besten, wenn die Noten mal nicht ganz so gut ausfallen:

Auch hier heißt es wieder: Nicht panisch werden, sondern erst einmal Ruhe bewahren. Sonst überträgt sich der Druck sofort auf Dein Kind, das meist ohnehin unter der schlechten Note schon stark leidet. Trösten ist hier das Stichwort. Und erst danach schauen, was nicht so gut gelaufen ist und wie man das beim nächsten Mal umgehen kann. Letztlich ist es doch so: aus Fehlern lernen wir. Perfekt ist niemand. Und das ist auch gut so.

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